Konzepte · Maschinelles Lernen

Zeitreihen-Prognose erklärt

Zeitreihen-Prognose fragt, wie sich aus der Vergangenheit einer Reihe ihre nächsten Werte vorhersagen lassen und wie sicher diese Vorhersage ist. Vehikel fast aller elf Stücke sind die Tagesaufträge mehrerer Depots: drei Jahre täglich, mit Wochen- und Jahresmuster, Trend, Feiertagen, Aktionen und einstellbarem Rauschen; nur das Croston-Stück arbeitet mit Lagerartikeln, bei denen an den meisten Tagen nichts bestellt wird. Alle Daten sind erzeugt, sodass der wahre Erwartungswert als Untergrenze bekannt ist; alle Stücke vergleichen im selben Rolling-Origin-Verfahren, die meisten mit derselben Kennzahl (MASE), damit sich ihre Zahlen lesen lassen wie Stufen einer Leiter.

Die Linie beginnt mit einer Messlatte (naive Verfahren), lässt Glättung, ARIMA und dynamische Regression darauf aufbauen und setzt dann drei Fragen darüber: wie sicher ist die Prognose (Intervalle), wie addieren sich Prognosen über Ebenen (Hierarchie) und welche Prognose nimmt man, wenn mehrere zur Hand sind (Kombination). Zwei Stücke gehen darüber hinaus:Von der Prognose zum Bestand nimmt die Unsicherheit als Sicherheitsbestand, das vortrainierte Netz fragt, was ein neues Depot ohne Historie aus den anderen lernen kann. Bezug zu OR: die Prognose ist der Eingang der Bestands-, Personal- und Tourenplanung; wie sicher sie ist, entscheidet, wie viel Puffer die Planung braucht.

In short: Covers time series forecasting: naive baselines, exponential smoothing, ARIMA, gradient boosting, prediction intervals, forecast combination, Croston's method and pretrained neural models. Interactive demos use generated data and report negative findings too.

Hintergrund zum Thema: Lagerlogistik · Bestandsmanagement.

Diese Seite gehört zu Algorithmen und Verfahren erklärt. So lesen Sie sie: Das Diagramm zeigt, wie die Stücke zusammenhängen. Jede Kachel darunter öffnet eine interaktive Demo, wo es eine gibt, mit einer Erklärseite für Einsteiger und Fachleute. Auf der Suche nach einer Lösung für ein konkretes Problem? Zu den Interaktiven Demos.

Hinweis: Alle Demos rechnen mit synthetischen oder frei verfügbaren Beispieldaten und laufen auf einem externen Anbieter (Datenschutz). Bitte geben Sie darin keine vertraulichen oder personenbezogenen Daten ein. Die Ergebnisse gelten für die jeweilige Demo-Instanz und lassen sich nicht ungeprüft auf reale Fälle übertragen; für darauf gestützte Entscheidungen übernehme ich keine Gewähr.

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Zum Nachlesen: erst einfach, dann fachlich

VERGLEICH

Die naive Prognose verständlich erklärt

Wie weit man kommt, wenn man einfach fortschreibt, was zuletzt galt, warum der letzte Tag eine schwacher Maßstab ist und warum ein einzelner Testzeitraum täuschen kann: erst für Einsteiger ohne Formeln, dann für Fachleute mit Modell, Formeln und Messwerten.

Die elf Stücke im Überblick

Die naive Prognose ist die Wurzel: eine Messlatte, die jedes Verfahren schlagen muss. Die exponentielle Glättung ersetzt das von Hand gewählte Fenster durch ein gelerntes Gedächtnis; ARIMA baut dieselbe Aufgabe aus anderen Bausteinen (ein Kontrast, kein Fix). Die dynamische Regression behebt, dass die Vorgänger den vorab bekannten Kalender nicht sehen, Croston die Verzerrung der Glättung bei sporadischer Nachfrage, das Boosting den Zwang, für jedes Depot ein eigenes Modell zu schätzen.

Darüber liegen die Fragen an fertige Prognosen: Intervalle (wie sicher?), Hierarchie (addiert sich das?) und Kombination (welche nehmen?). Die Kombination und das Stück Von der Prognose zum Bestand sind Zusammenflüsse mehrerer Stränge; das vortrainierte Netz bearbeitet die Schwäche des Boostings bei neuen Depots und geht als möglicher Pool-Kandidat in die Kombination ein.

Die Kästen sind klickbar und öffnen die jeweilige Demo direkt.

Naive Prognose die Messlatte Exponentielle Glättung Niveau, Trend, Wochenmuster FENSTER VON HAND, GEDÄCHTNIS GELERNT ARIMA Modelle aus Bausteinen BAUKASTEN STATT FESTER FORMEN Dynamische Regression Prognose mit bekanntem Kalender KALENDER UNBEKANNT Croston, SBA, TSB sporadische Nachfrage NULLEN VERZERREN DIE GLÄTTUNG EREIGNISSE UNSICHTBAR Boosting mit Lag-Merkmalen ein Modell für alle Depots EIN MODELL JE DEPOT Prognoseintervalle wie sicher ist die Prognose? PUNKTPROGNOSE OHNE UNSICHERHEIT Hierarchische Abstimmung Prognosen, die sich addieren PROGNOSEN WIDERSPRECHEN SICH ÜBER EBENEN Prognosekombination viele Prognosen zu einer WELCHES MODELL IST DAS BESTE? WELCHES MODELL IST DAS BESTE? Vortrainiertes Netz Wissen aus vielen Depots NEUES DEPOT OHNE HISTORIE Von der Prognose zum Bestand Sicherheitsbestand aus Unsicherheit QUANTIL ALS BESTELLBESTAND PROGNOSEN ALS QUELLEN ALS MITGLIED IM POOL
  • behebt eine Schwäche des Vorgängers oder baut darauf auf
  • Gegenstück: derselbe Zweck, andere Bauweise (kein Fix)
  • übernimmt nur eine Idee
  • Zusammenfluss mehrerer Stränge

Gestrichelter Doppelpfeil: Kontrast (ARIMA gegen Glättung, gleicher Zweck, andere Bauweise). Doppelrahmen: Zusammenfluss mehrerer Stränge. Die Kantenbeschriftungen nennen die Schwäche des Vorgängers, die das Stück behebt.

Verwandt in anderen Linien

MESSLATTE

Naive Prognose an Tagesaufträgen

Sehen Sie, wie weit sechs naive Prognoseverfahren kommen, die einfach fortschreiben, was zuletzt galt, und wie man sie fair vergleicht: mit vielen Startzeitpunkten statt einem Testzeitraum. Der Haken: Ein einzelner Testzeitraum nennt in 32,6 % der Fälle das falsche beste Verfahren, und die härteste einfache Latte ist nicht der letzte Tag, sondern das Wochenmittel.

Verständlich erklärt: erst für Einsteiger, dann für Fachleute

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GEDÄCHTNIS

Exponentielle Glättung an Tagesaufträgen

Verfolgen Sie, wie die exponentielle Glättung das von Hand gewählte Fenster des Wochenmittels durch ein Gedächtnis ersetzt, das Niveau, Trend und Wochenmuster aus den Prognosefehlern lernt. Die Demo vergleicht sechs Glättungsmodelle mit dem Wochenmittel. Der Vorsprung ist klein, und Feiertage und Aktionen bleiben unsichtbar: An Ereignistagen ist der Fehler 3,1-mal so groß wie bei bekanntem wahrem Erwartungswert.

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BAUKASTEN

ARIMA an Tagesaufträgen

Sehen Sie, wie ARIMA Prognosemodelle aus Bausteinen baut: Differenzieren, Autoregression (der Wert hängt von den letzten Werten ab) und gleitende Fehler (er hängt von den letzten Prognosefehlern ab). Die Demo stellt es der exponentiellen Glättung gegenüber. Auf diesen Reihen gibt es keinen Sieger (0,879 gegen 0,880), und beide verfehlen dieselben Ereignisse, die auch der Ljung-Box-Test der Fehler nicht bemerkt.

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KALENDER

Dynamische Regression an Tagesaufträgen

Verfolgen Sie, wie die dynamische Regression den vorab bekannten Kalender und Aktionsplan als Einflussgrößen nutzt: Jede bekommt einen lesbaren Effekt, und was übrig bleibt, erklärt ein ARIMA-Modell für die Fehler. Die Demo vergleicht sie mit Holt-Winters. Der Haken: Bei einem Niveausprung, den kein Regressor kennt, versagt sie mit einfachen Fehlern (1,407 gegen 1,059 bei Holt-Winters).

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SPORADISCHE NACHFRAGE

Croston, SBA und TSB an Lagerartikeln

Sehen Sie, wie Croston, SBA und TSB seltene, klumpige Nachfrage prognostizieren: Menge und Abstand zwischen zwei Bestellungen werden getrennt geglättet oder die Bedarfswahrscheinlichkeit wird täglich fortgeschrieben. Die Demo vergleicht sie an Lagerartikeln. Der Haken: Croston überschätzt bei sehr seltenem Bedarf bis zu +17,4 % und erwartet bei auslaufenden Artikeln weiter Nachfrage, die es nicht mehr gibt.

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GLOBALES MODELL

Boosting mit Lag-Merkmalen an Tagesaufträgen

Verfolgen Sie, wie ein einziges Boosting-Modell aus Vorwerten, Kalender und Aktionsplan aller Depots gemeinsam lernt: viele kleine Entscheidungsbäume korrigieren nacheinander die Fehler der vorigen. Ein Regler für die Zahl der Depots zeigt, wie viele Reihen es braucht. Der Haken: Aus einem einzigen Depot lernt es schlechter als das Wochenmittel (1,25 gegen 0,91), und wer die Form der Nachfrage kennt, ist mit einer Regression besser.

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VORTRAINING

Vortrainiertes Netz für neue Depots

Sehen Sie, wie ein vortrainiertes Netz ein neues Depot ohne eigene Historie prognostiziert: Es lernt zuerst an vielen anderen Depots und wird dann ohne eigenes Lernen angewendet. Die Demo prüft, wie viel Historie, Pool und Feintuning nötig sind. Der Haken: Beim Wochenend-Depot bricht das Netz ein (1,617 gegen 0,939 beim Wochenmittel); eine Selbstprüfung auf der eigenen Historie fängt das ab.

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UNSICHERHEIT

Prognoseintervalle an Tagesaufträgen

Sehen Sie, ob Prognoseintervalle halten, was ihre Nennabdeckung verspricht: Fünf Verfahren bilden sie aus der Normalverteilung, aus Trainingsfehlern oder aus den zuletzt gemessenen Fehlern (konform). Ein Regler für den Verteilungswechsel zeigt den Haken: Verdoppelt sich das Rauschen, deckt das Normalverteilungs-Intervall (logarithmisch gerechnet) nur noch 50,4 % ab, obwohl 80 % versprochen sind; das nachstellende ACI hält sein Versprechen.

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KOHÄRENZ

Hierarchische Abstimmung an einem Depot-Netz

Verfolgen Sie, wie hierarchische Abstimmung widersprüchliche Prognosen für Netz, Regionen und Depots in Zahlen verwandelt, die sich exakt addieren: von unten nach oben, von oben nach unten oder mit allen Ebenen zusammen. Ein Vergleich der Verfahren zeigt, was das bringt. Der Haken: Der Gewinn ist klein (2,4 % im Standardfall), und das Verteilen von oben nach unten verschlechtert die Prognose um 23,1 %.

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KOMBINATION

Prognosekombination an Tagesaufträgen

Sehen Sie, wie die Kombination mehrerer Prognosemodelle funktioniert: Mittelwert, Median oder Gewichte nach der Güte der letzten Fehler ersetzen die Suche nach dem einen besten Modell. Ein Schnellstart mit schlechtem Mitglied zeigt den Haken: Der einfache Mittelwert liegt dann 25,5 % über dem besten Mitglied, geschätzte Gewichte kaum.

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BESTAND

Von der Prognose zum Bestand

Verfolgen Sie, wie aus einer Prognose ein Bestellbestand wird: Ein Sicherheitsbestand fängt ab, was die Prognose verfehlt, und die Regel dafür bestimmt, ob das Ziel für den Servicegrad getroffen wird. Ein Vergleich der Regeln zeigt, dass sie mehr ausmacht als das Prognoseverfahren: Die Faustregel erreicht bei einem Ziel von 95 % nur 88,5 %.

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Welches Verfahren passt zu meiner Reihe?

Zwei Entscheidungsbäume: Baum 1 führt zur passenden Punktprognose (Ist die Nachfrage sporadisch? Wie viel Historie gibt es? Kennt man den Kalender?), Baum 2 zu dem, was man über die Punktprognose hinaus braucht (Sicherheit, Kohärenz, mehrere Modelle, Bestand).

Baum 1: Welche Punktprognose?

Seitlich verschieben oder die Gesamtansicht wählen.
Welche Punktprognose braucht meine Reihe? Ist die Nachfrage sporadisch (viele Nulltage)? PUNKTPROGNOSE Gibt es mindestens ein Jahr Historie? NEIN Croston, SBA, TSB sporadische Nachfrage JA Gibt es einen Pool von mindestens zehn ähnlichen Depots? NEIN Sind Kalender und Aktionsplan im Voraus bekannt? JA Vortrainiertes Netz mit Selbstprüfung JA Naive Prognose (Wochenmittel) NEIN Gibt es mindestens zehn ähnliche Reihen? NEIN Dynamische Regression Prognose mit bekanntem Kalender JA Boosting mit Lag-Merkmalen ein Modell für alle Depots JA Exponentielle Glättung Niveau, Trend, Wochenmuster NEIN

Baum 2: Was brauche ich über die Punktprognose hinaus?

Seitlich verschieben oder die Gesamtansicht wählen.
Was fehlt meiner Punktprognose noch? Prognoseintervalle wie sicher ist die Prognose? WIE SICHER IST SIE? Hierarchische Abstimmung Prognosen, die sich addieren ADDIERT SIE SICH ÜBER EBENEN? Prognosekombination viele Prognosen zu einer MEHRERE MODELLE ZUR HAND? Von der Prognose zum Bestand Sicherheitsbestand aus Unsicherheit MUSS BESTELLT WERDEN?

Beige Kästen sind Fragen (nicht klickbar), weiße Kästen sind Ergebnisse (klickbar, sie öffnen die jeweilige Demo). Was die Bäume nicht zeigen: Auf den erzeugten Reihen der Demos schlägt die dynamische Regression (0,746) das Boosting (0,82) und Holt-Winters (0,880), weil die Form der Reihe bekannt ist; bei unbekannter Form dreht sich das um. Das vortrainierte Netz ist nicht besser als das Boosting, das dasselbe Vortraining schon leistet, und bei einem Depot, das dem Pool nicht ähnelt, bricht es ein. Die Schwellen (ein Jahr, zehn Reihen) sind Richtwerte aus diesen Messungen, keine Gesetze.

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Clustering

Punkte ohne Vorgaben gruppieren: von k-Means über DBSCAN, Gaussian Mixtures und Spectral Clustering bis HDBSCAN, mit Entscheidungsbäumen für die Wahl.

Dimensionsreduktion

Zwölf Kennzahlen auf zwei Achsen: PCA, Isomap, LLE, t-SNE, UMAP, PaCMAP und Autoencoder, jedes mit gemessenen Stärken und Schwächen.

Anomalie-Erkennung

Was fällt aus dem Rahmen? Neun Verfahren von der robusten Ellipse bis zum Autoencoder, jedes mit seiner gemessenen Schwäche.

Korrelation

Wann sagt eine Korrelation, was sie zu sagen scheint, und wann täuscht sie? Elf Stücke von Pearson bis Kointegration.

Baumbasierte Verfahren

Ein Baum wird zum Wald, dann zum Ensemble, das seine eigenen Fehler nachbessert: neun Verfahren von CART bis CatBoost, die erste Linie dieses Portfolios mit überwachtem Lernen.

Graph Neural Networks

Was sieht ein Kunde von seinem Netz? Sechs Verfahren, die auf Graphen lernen, vom Mittel über die Nachbarn bis zur Aufmerksamkeit über das ganze Netz.

Neuronale Netze

Wo hört eine Gerade auf zu reichen, und was kommt danach? Sechs Architekturen vom einfachsten Klassifikator bis zum Aufmerksamkeitsmechanismus, an eigenen numpy-Implementierungen von Hand nachgerechnet.

Reinforcement Learning

Ein Lagerroboter lernt ohne Vorgabe der richtigen Antwort: acht Verfahren, jedes mit seinem gemessenen Befund, vom einfachsten Banditen bis zum gelernten Kritiker.

Experimente und Wirkungsmessung

Eine neue Bestandsregel, zwölf Stücke: vom einfachen A/B-Test über Teststärke, Zwischenblicke und Switchback bis zur Auswertung aus Logdaten.

Kausale Diagramme und Adjustierung

Eine Simulation mit bekannter Wahrheit, siebzehn Stücke: von der Konfundierung über Diagramm, Adjustierung, Schätzen, Frontdoor und Instrumente bis zum gelernten Diagramm, dem Fehler im Diagramm und dem Vergleich der Strategien.