Luftfracht

Luftfracht optimieren

Ein ULD (Unit Load Device, die Standard-Ladeeinheit der Luftfracht) wird nach Volumen gepackt. Hält das automatisch den Schwerpunkt ein? Welches ULD kommt auf welche Position im Flugzeug, damit der Schwerpunkt bei vollem UND leerem Tank stimmt? Darf ein Gefahrgut-ULD neben einem anderen stehen? Und wann lohnt es sich, eine Buchungsanfrage abzulehnen, obwohl noch Platz ist? Vier Fragen, vier Demos, jede mit einem eigenen gemessenen Befund.

Diese Seite zeigt die Kette vom Packen über die Zuordnung im Flugzeug bis zur Buchungsannahme, die Verbindungen zu drei bereits vorhandenen Themen des Portfolios (Packen, Hafenlogistik, Seefracht) und was diese vier Stücke jeweils dazu Neues zeigen.

Alle vier Modelle sind bewusst einfach, die Parameter erfunden: die Zahlen zeigen, wie groß ein Effekt in diesem Modell ist und wovon er abhängt, nicht, was er bei einer bestimmten Airline oder einem bestimmten Frachtgut bringt.

Hinweis: Alle Demos rechnen mit synthetischen oder frei verfügbaren Beispieldaten und laufen auf einem externen Anbieter (Datenschutz). Bitte geben Sie darin keine vertraulichen oder personenbezogenen Daten ein. Die Ergebnisse gelten für die jeweilige Demo-Instanz und lassen sich nicht ungeprüft auf reale Fälle übertragen; für darauf gestützte Entscheidungen übernehme ich keine Gewähr.

Zuletzt aktualisiert:

Verständlich erklärt

Zum Nachlesen: erst einfach, dann fachlich

GEFAHRGUT-TRENNUNG

Gefahrgut im Laderaum verständlich erklärt

Wie oft eine nur nach Gewicht und Schwerpunkt optimierte Beladung unsicher ist und wann die Trennregeln Ladegewicht kosten: erst für Einsteiger ohne Formeln, dann für Fachleute mit Modell, Formeln und Messwerten.

Prozesskette

Vom Packen zur Buchungsannahme

Vor dem Packen steht die Buchung: welche Anfrage wird angenommen, bevor überhaupt feststeht, wie viel Platz am Ende gebraucht wird. Danach wird gepackt: Boxen werden in ein einzelnes ULD gesetzt. Am Ende steht die Zuordnung im Flugzeug: welches ULD auf welche Laderaumposition, mit dem Zusatz Gefahrgut-Trennung, wenn gefährliche Güter an Bord sind.

PACKEN ZUORDNUNG IM FLUGZEUG VORHER: BUCHUNG Ein ULD beladen ULD-Beladung Welches ULD wohin? Beladeplan Gefahrgut-Trennung (Zusatz) Wer bekommt Platz? Buchungsannahme angenommene Fracht

Kräftig grüner Rahmen = eigene Demo dieser Seite · helles Grau mit petrolfarbener Umrandung = Zusatz (hebt eine Annahme des Kernstücks auf).

Die drei Abschnitte sind in Wirklichkeit nicht streng nacheinander: Buchungsannahme und Beladeplanung hängen zusammen (wie viel Gewicht überhaupt zugesagt werden kann), hier zur Übersicht in der zeitlichen Reihenfolge gezeigt.

Nebenbedingungen

Was Luftfracht-Planung im Alltag schwer macht

N01 — SCHWERPUNKT

Weight & Balance

Sowohl ein einzelnes ULD als auch das ganze Flugzeug haben ein Schwerpunktfenster, das eingehalten werden muss, beim Flugzeug sogar an zwei Zeitpunkten: mit vollem und mit leerem Tank.

N02 — SICHERHEIT

Gefahrgut-Trennung

Bestimmte Gefahrgutklassen dürfen nicht auf benachbarten Positionen stehen. Eine gewichtsoptimale Zuordnung ist nicht automatisch eine sichere.

N03 — UNSICHERHEIT

Buchung vor Planung

Welche Fracht am Ende tatsächlich ankommt, steht erst nach der Buchungsannahme fest, und die muss entscheiden, bevor die Beladung geplant werden kann.

Vier Fragen

Packen, Zuordnen, Trennen, Buchen

ULD-BELADUNG

Packt man nach Volumen automatisch schwerpunktgerecht?

Ein ULD wird nach Volumen gepackt, mit zwei Konturen (Palette, LD3-artig gerundet). Reine Volumen-Packung verletzt das Schwerpunktfenster oft (bei enger Toleranz bis 100 % der Instanzen). Eine schwerpunkt-bewusste Regel senkt das deutlich, aber nicht auf null; die gerundete Kontur kostet 13,3 % nutzbares Volumen bei gleicher Außenhülle. Ausprobieren: ULD-Beladung.

BELADEPLAN

Welche ULDs, welche Position?

ULDs werden Laderaumpositionen zugeordnet, mit CP-SAT als exaktem Maßstab. Eine Regel ohne Balance-Bewusstsein verletzt oft das Schwerpunktfenster (bis 100 % der Instanzen bei engem Fenster) und kostet dadurch 10,3 bis 55,3 % Ladegewicht, je nach Fensterbreite. Das Schwerpunktfenster muss an zwei Zeitpunkten halten. Ausprobieren: Beladeplan.

GEFAHRGUT-TRENNUNG

Sicher UND schwer beladen?

Baut auf dem Beladeplan auf: ULDs bekommen eine Gefahrgutklasse, bestimmte Klassenpaare dürfen nicht benachbart stehen. Eine Regel ohne Gefahrgutwissen erzeugt oft eine unsichere Zuordnung (im Mittel 44 % der Instanzen). Bei genug Positionen kostet die Einhaltung kaum, bei wenigen Positionen real Ladegewicht. Ausprobieren: Gefahrgut-Trennung.

BUCHUNGSANNAHME

Wann lohnt Ablehnen, obwohl noch Platz ist?

Buchungsanfragen mit zufälligem Gewicht treffen nacheinander ein. Wer einfach der Reihe nach annimmt, verliert im Mittel 30 % Umsatz gegenüber einer Bid-Price-Regel (dynamische Programmierung); eine feste Preisschwelle holt das meiste zurück, wird aber mit mehr Restzeit schwächer. Ausprobieren: Buchungsannahme.

Alle vier Demos rechnen mit erfundenen Parametern in stilisierten Modellen; die Prozentzahlen gelten für diese Modelle und wurden über 60 bis 200 gepaarte Wiederholungen je Zelle ermittelt.

Kerngedanke

Optimal bezüglich einer Sache ist nicht optimal bezüglich aller

In allen vier Stücken taucht dasselbe Muster auf: Eine Regel, die nur auf EIN Ziel optimiert (Volumen, Gewicht, Umsatz), verfehlt dabei oft ein anderes, das nicht im Ziel steht: den Schwerpunkt, die Gefahrgut-Trennung, den Wert der Restkapazität. Die Demos zeigen jeweils, wie oft das passiert und was es kostet, beides gleichzeitig zu erfüllen.

Das ist kein Sonderfall der Luftfracht: Dasselbe Muster trägt die Themenseite Bestandsmanagement optimieren (dort sieht die Glättung bei festgehaltenem Sicherheitsfaktor billiger aus und verschlechtert dabei den Service).

Anschlüsse

Wo Luftfracht an andere Themen anschließt

PACKEN

Dieselbe Packtechnik, andere Kulisse

Die ULD-Beladung übernimmt die Extreme-Point-Heuristik aus der 3D-Packungsoptimierung und hebt deren Annahme „keine Gewichtsverteilung“ auf. Mehr auf der Seite Packen und Zuschnitt optimieren.

HAFENLOGISTIK

Dasselbe Schwerpunkt-Muster wie im Hafen

Die Schwerpunkt-/Momentengrenze im Beladeplan ist mit der Schiffsstauplanung verwandt (dort ein diskretes Stapel-Raster mit Umstau-Sequenz, hier eine Auswahl mit zwei Zeitpunkten). Mehr auf der Seite Hafenlogistik optimieren.

SEEFRACHT

Buchungsannahme mit und ohne Einheitsnachfrage

Die Buchungs-/Slot-Vergabe der Seefracht löst dieselbe Frage mit fester Einheitennachfrage und der geschlossenen Littlewood-Formel; hier verbraucht jede Buchung ein eigenes Gewicht, das braucht eine dynamische Programmierung statt einer Formel. Mehr auf der Seite Seefracht optimieren.

Vorgehen

Wie ich Luftfracht-Planung angehe

SCHRITT 1

Ziel und Nebenbedingungen trennen

Was zählt (Volumen, Gewicht, Umsatz), und was muss unabhängig davon gelten (Schwerpunkt, Gefahrgut-Trennung)? Beide werden getrennt sichtbar gemacht, statt sie in einer Kennzahl zu vermischen.

SCHRITT 2

Exaktes Verfahren, wo die Größe es erlaubt

Bei Zuordnungsproblemen dieser Größe (10 Positionen, bis 16 ULDs) rechnet CP-SAT in Millisekunden exakt, und es gibt keinen Grund, mit einer Heuristik allein zu vergleichen, wenn ein bewiesenes Optimum zur Verfügung steht.

SCHRITT 3

Gegenprobe an einfachen Regeln

Jede optimale Regel wird gegen eine naheliegende einfache Regel (FCFS, feste Schwelle, gewichtsblinde Zuordnung) gemessen, damit der tatsächliche Wert der Optimierung sichtbar wird, nicht nur ihre Existenz.

Umgesetzt in Scala oder Python, auf Wunsch als eigener Webservice mit API für Ihre Systeme (mehr unter Leistungen).

Abhängigkeiten

Wie die Stücke zusammenhängen

Die ULD-Beladung baut auf der 3D-Packungsoptimierung auf und hebt deren Annahme „keine Gewichtsverteilung“ auf. Der Beladeplan übernimmt das Schwerpunkt-/Momentengrenze-Muster der Schiffsstauplanung, aber mit Auswahl statt Vollbelegung und zwei Zeitpunkten statt einem. Die Gefahrgut-Trennung baut direkt auf dem Beladeplan auf. Die Buchungsannahme übernimmt die Annahme-/Ablehnungs-Grundidee der Buchungs-/Slot-Vergabe, aber mit Gewichtsverbrauch statt Einheitsnachfrage.

Durchgezogen dunkel = baut aus (hebt eine Annahme des Vorgängers auf) · gepunktet Grau = Technik aus einer anderen Linie.

Selbst ausprobieren

Vier Demos zur Luftfracht

Alle Demos laufen als eigenständige Anwendungen: Sie stellen Parameter ein und sehen, wie sich die Regeln unterscheiden.

SCHWERPUNKT

ULD-Beladung: Volumen gegen Schwerpunkt

Stellen Sie Kontur, Boxzahl und Dichtestreuung ein. Die Anwendung packt ein Luftfracht-ULD rein nach Volumen und vergleicht es mit einer schwerpunkt-bewussten Regel. Reine Volumen-Packung verletzt das Schwerpunktfenster oft (bis 100 % bei enger Toleranz); die Gegenregel senkt das deutlich, aber nicht auf null. Die gerundete Kontur (LD3-artig) kostet 13,3 % nutzbares Volumen.

Demo starten →
WEIGHT AND BALANCE

Beladeplan: welche ULDs, welche Position?

Stellen Sie Schwerpunktfenster, ULD-Zahl und Gewichtsniveau ein. Die Anwendung ordnet ULDs den Laderaumpositionen zu, mit CP-SAT als exaktem Maßstab. Eine Regel ohne Balance-Bewusstsein verletzt oft das Schwerpunktfenster (bis 100 % der Instanzen bei engem Fenster) und kostet dadurch 10,3 bis 55,3 % Ladegewicht, je nach Fensterbreite; die schwerpunkt-bewusste Regel liegt in 42 von 45 gemessenen Zellen exakt beim CP-SAT-Optimum. Das Schwerpunktfenster muss an zwei Zeitpunkten halten: mit vollem und mit leerem Tank.

Demo starten →
SEGREGATION

Gefahrgut-Trennung: sicher UND schwer beladen?

Stellen Sie Gefahrgutanteil, Trennvorschrift-Stärke und Positionszahl ein. Die Anwendung vergleicht eine gewichts-/schwerpunktoptimale Zuordnung mit einer, die auch die Gefahrgut-Trennvorschrift einhält. Eine Regel ohne Gefahrgutwissen erzeugt oft eine unsichere Zuordnung (im Mittel 44 % der Instanzen); die Einhaltung kostet bei genug Positionen kaum, bei wenigen Positionen real Ladegewicht.

Verständlich erklärt: erst für Einsteiger, dann für Fachleute

Demo starten →
BID-PRICE

Buchungsannahme mit Gewichtslimit

Stellen Sie Restzeit, Gewichtslimit und Preisschwelle ein. Die Anwendung vergleicht Annahmeregeln für Luftfracht-Buchungen mit zufälligem Gewicht je Anfrage gegen eine Bid-Price-Regel (dynamische Programmierung). Wer Buchungen einfach der Reihe nach annimmt, verliert im Mittel 30 % Umsatz; eine feste Preisschwelle holt das meiste zurück, wird aber mit mehr Restzeit schwächer.

Demo starten →

Verwandte Fragestellungen: dreidimensionales Packen auf der Seite Packen und Zuschnitt optimieren, Schwerpunkt- und Stauprobleme auf der Seite Hafenlogistik optimieren, Buchungsannahme mit Einheitsnachfrage auf der Seite Seefracht optimieren.

Häufige Fragen

Luftfracht: kurze Antworten

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