Konzepte · Maschinelles Lernen

Anomalie-Erkennung erklärt

Anomalie-Erkennung fragt, welche Fälle aus dem Rahmen fallen, ohne dass vorher jemand sagt, wie eine Anomalie aussieht. Das Beispiel dieser Linie sind Lieferrouten: zwölf Kennzahlen je Tour, die aus zwei versteckten Faktoren entstehen (dieselben wie in der PCA-Demo), dazu Sonderfahrten, die nicht ins Muster passen. Alle neun Stücke erzeugen dieselben Touren, ihre Ergebnisse sind daher direkt vergleichbar.

Diese Linie hat keinen Sieger und keinen Zusammenfluss ihrer Äste: Die meisten Stücke greifen eine gemessene Schwäche ihres Vorgängers auf und zeigen zugleich, wo sie selbst versagen. Bei zwei Verfahren, Deep SVDD und dem Autoencoder, ist das untrainierte Netz sogar besser als das trainierte.

In short: Covers anomaly detection (outlier detection) with methods such as elliptic envelope, ECOD, isolation forest, LOF, one-class SVM, deep SVDD and autoencoders. Interactive demos run all methods on the same data, and each shows a measured weakness.

Hintergrund zum Thema: Anomalie-Erkennung.

Diese Seite gehört zu Algorithmen und Verfahren erklärt. So lesen Sie sie: Das Diagramm zeigt, wie die Stücke zusammenhängen. Jede Kachel darunter öffnet eine interaktive Demo, wo es eine gibt, mit einer Erklärseite für Einsteiger und Fachleute. Auf der Suche nach einer Lösung für ein konkretes Problem? Zu den Interaktiven Demos.

Hinweis: Alle Demos rechnen mit synthetischen oder frei verfügbaren Beispieldaten und laufen auf einem externen Anbieter (Datenschutz). Bitte geben Sie darin keine vertraulichen oder personenbezogenen Daten ein. Die Ergebnisse gelten für die jeweilige Demo-Instanz und lassen sich nicht ungeprüft auf reale Fälle übertragen; für darauf gestützte Entscheidungen übernehme ich keine Gewähr.

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Zum Nachlesen: erst einfach, dann fachlich

ISOLATION FOREST

Der Isolation Forest verständlich erklärt

Warum sich Auffälliges mit wenigen Zufallsschnitten vom Rest trennen lässt und wo das Verfahren an Schwelle, dichten Gruppen und Lücken scheitert: erst für Einsteiger ohne Formeln, dann für Fachleute mit Modell, Formeln und Messwerten.

Die neun Stücke im Überblick

Die robuste Ellipse (Elliptic Envelope) ist die Wurzel: Sie nimmt an, dass die normalen Touren eine einzige Gauß'sche Wolke bilden. Drei unabhängige Äste ersetzen diese Annahme auf ganz verschiedenen Wegen. Der Isolation Forest fragt, wie schnell sich eine Tour vom Rest abtrennen lässt, der LOF, ob ihre Nachbarschaft dünner besetzt ist als die ihrer Nachbarn, die One-Class SVM lernt eine nichtlineare Grenze um die Normalen. Jeder dieser Äste hat eine Fortsetzung, die eine gemessene Schwäche aufgreift: schräge Schnitte (Extended Isolation Forest), ein Ensemble auf zufälligen Kennzahlen (Feature Bagging), eine gelernte Abbildung statt eines festen Kernels (Deep SVDD).

ECOD ist ein Kontrast und kein Fix: Es braucht keinen einzigen Parameter, sieht aber nur die Verteilung jeder Kennzahl für sich. Der Autoencoder ist ein vierter Ast: Er fragt, wie gut ein Netz eine Tour durch einen Engpass wieder aufbauen kann. Sein Netz stammt aus der Autoencoder-Demo der Dimensionsreduktion, deshalb steht sie als Fremdknoten daneben.

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Elliptic Envelope robuste Ellipse als Normalbereich ECOD Randverteilungen, keine Parameter RANDVERTEILUNGEN STATT GAUSS Isolation Forest leicht abzutrennen ISOLIEREN STATT BESCHREIBEN Local Outlier Factor dünnere Nachbarschaft LOKALE DICHTE STATT ELLIPSE One-Class SVM eine gelernte Grenze GELERNTE GRENZE STATT ELLIPSE Autoencoder Rekonstruktionsfehler REKONSTRUKTION DURCH EINEN ENGPASS Extended Isolation Forest schräge Schnitte SCHRÄGE SCHNITTE Feature Bagging Ensemble auf Teilmengen VIELE MERKMALE: ENSEMBLE Deep SVDD eine gelernte Abbildung ABBILDUNG STATT FESTEM KERNEL Autoencoder (Dimensionsreduktion) BAUT AUF DEM NETZ
  • behebt eine Schwäche des Vorgängers oder baut darauf auf
  • Gegenstück: derselbe Zweck, andere Bauweise (kein Fix)
  • übernimmt nur eine Idee
  • Baustein aus einer anderen Linie

Der Autoencoder aus der Dimensionsreduktion (gestrichelt umrahmt) gehört zu einer anderen Linie und liefert hier nur das Netz. Gestrichelte Doppelpfeile stehen für einen Kontrast statt eines Fixes.

Verwandt in anderen Linien

ROBUSTE ELLIPSE

Elliptic Envelope an Lieferrouten-Kennzahlen

Sehen Sie, wie der Elliptic Envelope eine robuste Ellipse um die normalen Touren legt: Mittelwert und Streuung werden nur aus der dichtesten Teilmenge geschätzt, damit die Anomalien sie nicht verdrehen. Die Demo stellt klassische und robuste Ellipse gegenüber: Im Standardfall findet die klassische nur 43 % der Anomalien, die robuste 97 %. Bei gekrümmtem Normalbereich oder Anomalien in der Lücke zwischen Betriebsarten gibt aber auch sie auf.

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OHNE PARAMETER

ECOD an Lieferrouten-Kennzahlen

Sehen Sie, wie ECOD ganz ohne Regler Anomalien findet: Es addiert je Tour, wie selten ihre Werte am Rand der Verteilung jedes einzelnen Merkmals liegen. Die Demo vergleicht es mit LOF, Isolation Forest und robuster Ellipse. Verstreute Anomalien trennt es fast perfekt (AUC, ein Maß für die Trennschärfe der Rangfolge, 0,99), gebrochene Abhängigkeiten zwischen Merkmalen bleiben aber unsichtbar (AUC 0,40, schlechter als Raten).

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ISOLIEREN

Isolation Forest an Lieferrouten-Kennzahlen

Sehen Sie, wie zufällige Schnitte Anomalien schnell vom Rest trennen: Der Isolation Forest beschreibt nichts Normales, sondern zählt, nach wie vielen Schnitten eine Tour allein steht. Die Demo vergleicht ihn mit klassischer und robuster Ellipse. Die Rangfolge ist im Standardfall perfekt (AUC, ein Maß für die Trennschärfe, 1,00), aber mit vielen Rauschmerkmalen findet die Standardschwelle kaum noch Anomalien (Recall 0,39).

Verständlich erklärt: erst für Einsteiger, dann für Fachleute

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SCHRÄGE SCHNITTE

Extended Isolation Forest an Lieferrouten-Kennzahlen

Sehen Sie, was zufällig gedrehte Schnittebenen statt achsenparalleler Schnitte ändern: Die Bewertung verliert ihre Bänder entlang der Achsen. Die Demo vergleicht beide Wälder. An der Rangfolge der Anomalien ändert das nichts, der Gewinn liegt bei kleinen Stichproben: an der Standardschwelle deutlich besser (F1, ein Trefferwert, 0,97 statt 0,67). Bei einer dichten Anomaliegruppe ist er an der Schwelle schwächer.

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LOKALE DICHTE

Local Outlier Factor an Lieferrouten-Kennzahlen

Sehen Sie, ob die Umgebung einer Tour dünner besetzt ist als die ihrer k nächsten Nachbarn: Der Local Outlier Factor bewertet jede Tour nur im Vergleich zur lokalen Dichte. Ein Regler für k zeigt live, dass k zur Größe einer Anomaliegruppe passen muss: Ist k kleiner, sinkt die AUC (Trennschärfe der Rangfolge) auf 0,35, also unter Raten. Bei sehr vielen Rauschmerkmalen findet die Schwelle nichts mehr (Recall 0,00).

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ENSEMBLE AUS LOF

Feature Bagging an Lieferrouten-Kennzahlen

Sehen Sie, ob ein Ensemble aus LOF-Detektoren auf zufälligen Kennzahl-Teilmengen die Schwäche bei vielen Rauschmerkmalen behebt, indem es ihre Werte mittelt. Ein Regler für die Teilmengengröße zeigt live: Mit den Größen des Originals hilft es kaum (Recall, der Anteil gefundener Anomalien, 0,00 bei sehr vielen Rauschmerkmalen), mit winzigen Teilmengen deutlich, aber als Zufallszug, der erst bei 100 Mitgliedern stabil wird.

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GELERNTE GRENZE

One-Class SVM an Lieferrouten-Kennzahlen

Sehen Sie, wie die One-Class SVM mit einem Kernel eine nichtlineare Grenze um die normalen Touren legt, wo die Ellipse nur eine konvexe Fläche kann. Zwei Regler, γ (Breite des Kernels) und ν (Obergrenze für den Anteil markierter Touren), zeigen live, wie stark das Ergebnis an ihrer Wahl hängt: Bei passendem γ ist sie so gut wie LOF und Isolation Forest (F1, ein Trefferwert, 0,95), mit der Voreinstellung nur 0,67.

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GELERNTE ABBILDUNG

Deep SVDD an Lieferrouten-Kennzahlen

Sehen Sie, ob eine gelernte Abbildung die Abhängigkeit vom Kernel-Regler der One-Class SVM auflöst: Ein neuronales Netz zieht die normalen Touren in eine möglichst kleine Kugel. Ein Epochen-Regler zeigt live, dass die Abhängigkeit nur umzieht und das Training schadet: Das untrainierte Zufallsnetz erreicht eine AUC (Trennschärfe der Rangfolge) von 0,995, nach dem Training mit der Voreinstellung nur 0,92.

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REKONSTRUKTION

Autoencoder an Lieferrouten-Kennzahlen

Sehen Sie, wie gut ein Netz eine Tour durch einen Engpass hindurch wieder aufbauen kann: Der Rekonstruktionsfehler dient als Anomalie-Wert. Ein Epochen-Regler und der Vergleich mit dem PCA-Residuum zeigen live, dass er für Anomalien in der gelernten Ebene blind ist (AUC, ein Maß für die Trennschärfe, nur 0,68) und dass mehr Training ihn verschlechtert, während das untrainierte Netz 1,00 erreicht.

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Welches Verfahren passt zu meinen Daten?

Zwei Entscheidungsbäume: Baum 1 fragt, wie die Anomalien aussehen (einzelne Ausreißer, eine dichte Gruppe, ein gebrochenes Zusammenspiel der Kennzahlen, eine Lücke zwischen Betriebsarten), Baum 2, was die Daten schwierig macht (sehr viele Anomalien, viele unwichtige Kennzahlen, wenige Touren). Alle Antworten stützen sich auf Messungen an den erzeugten Lieferrouten-Kennzahlen der Demos.

Baum 1: Wie sehen die Anomalien aus?

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Wie sehen die Anomalien aus? Ist der Normalbereich ungefähr eine Wolke? EINZELNE AUSREISSER Ist die Gruppengröße ungefähr bekannt? EINE DICHTE GRUPPE ABSEITS Gibt es genug Touren für ein Netz? ZUSAMMENSPIEL DER KENNZAHLEN GEBROCHEN Kein Verfahren trägt sicher: nur die Rangfolge von LOF und One-Class SVM zeigt die Lücke LÜCKE ZWISCHEN BETRIEBSARTEN Ist der Anteil der Anomalien ungefähr bekannt? NEIN Elliptic Envelope robuste Ellipse JA Isolation Forest leicht abzutrennen JA ECOD keine Parameter NEIN NEIN Local Outlier Factor k größer als die Gruppe JA NEIN Autoencoder Rekonstruktionsfehler JA

Baum 2: Was macht die Daten schwierig?

Was macht die Daten schwierig? Brauche ich eine nutzbare Schwelle? VIELE UNWICHTIGE KENNZAHLEN Isolation Forest leicht abzutrennen SEHR VIELE ANOMALIEN (AB ETWA 40 %) Local Outlier Factor kalibriert bei kleinen Stichproben WENIGE TOUREN, VIELE KENNZAHLEN NEIN (RANGFOLGE GENÜGT) One-Class SVM kleines γ JA

Beige Kästen sind Fragen (nicht klickbar), weiße Kästen sind Ergebnisse (klickbar, sie öffnen die jeweilige Demo). Was die Bäume nicht zeigen: Bei sehr vielen Anomalien ist auch ECOD ebenbürtig (AUC 0,99 bei 45 %), die One-Class SVM braucht dann ein ν, das größer ist als der Anteil. ECOD ist blind für gebrochene Abhängigkeiten. Deep SVDD und der Autoencoder schneiden ohne Training oft besser ab als danach. Feature Bagging mit winzigen Teilmengen hilft bei Rauschmerkmalen, aber als Zufallszug. Alle Zahlen gelten für synthetische Lieferrouten-Kennzahlen aus zwei Faktoren mit Gauß'schem Rauschen; reale Anomalien liegen meist zwischen den hier getrennten Fällen.

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