Konzepte · Graphentheorie

Planarität und Zeichnen erklärt

Eine Landkarte, ein Verteilnetz und eine Leiterplatte haben etwas gemeinsam: Man möchte sie ohne Überkreuzung zeichnen. Ob das geht, ist eine Eigenschaft des Netzes, nicht der Zeichnung, und ein planares Netz hat viel mehr Struktur als ein beliebiges: Vier Farben genügen, wenige Knoten teilen es in zwei Hälften, ein Fluss ist ein kürzester Weg im Dualgraphen, und perfekte Paarungen lassen sich zählen. Diese Linie nimmt die Frage neunmal in die Hand: Was gewinnt man, wenn ein Netz planar ist, wie belegt man es, und wie zeichnet man ein Netz so, dass man es lesen kann?

Die Stücke bauen auf der Wurzel auf: erst Planarität erkennen und belegen, dann färben, trennen, zeichnen (auch geschichtet), den Dualgraphen nutzen, Schichten zerlegen und zählen, am Ende fast planare Netze planarisieren. Gerechnet wird auf zufälligen Karten (Delaunay-Triangulierungen), Gittern, Lehrbuch-Graphen und einem Auszug der Straßenkarte von Toronto (OpenStreetMap, ODbL); echte Verteil- oder Leiterplattennetze gehören nicht dazu.

In short: Interactive demos on planar graphs: planarity testing with embedding and Kuratowski witness, colouring, planar separators, graph drawing and layered drawing, the dual graph for maximum flow, the Baker technique, counting perfect matchings, and planarization of near-planar networks.

Hintergrund zum Thema: Netzwerkdesign.

Diese Seite gehört zu Algorithmen und Verfahren erklärt. So lesen Sie sie: Das Diagramm zeigt, wie die Stücke zusammenhängen. Jede Kachel darunter öffnet eine interaktive Demo, wo es eine gibt, mit einer Erklärseite für Einsteiger und Fachleute. Auf der Suche nach einer Lösung für ein konkretes Problem? Zu den Interaktiven Demos.

Hinweis: Alle Demos rechnen mit synthetischen oder frei verfügbaren Beispieldaten und laufen auf einem externen Anbieter (Datenschutz). Bitte geben Sie darin keine vertraulichen oder personenbezogenen Daten ein. Die Ergebnisse gelten für die jeweilige Demo-Instanz und lassen sich nicht ungeprüft auf reale Fälle übertragen; für darauf gestützte Entscheidungen übernehme ich keine Gewähr.

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Welches Verfahren passt zu Ihrem Fall? Zum Entscheidungsbaum ↓

Die neun Stücke im Überblick

Die Linie hat eine Wurzel und fünf Stränge. Wer ein Netz auf Planarität prüft, kann danach färben, in zwei Hälften trennen, zeichnen, einen Fluss als kürzesten Weg im Dualgraphen rechnen oder perfekte Paarungen zählen. Zwei Stränge gehen weiter: Aus den Trennmengen wird die Baker-Technik, aus dem Zeichnen das geschichtete Zeichnen.

Das letzte Stück ist ein Zusammenfluss: Fast planare Netze zu planarisieren braucht die Wurzel (die Toronto-Karte ist nicht planar), das Zeichnen (Kreuzungen zählen) und den Dualgraphen (eine Kante über den kürzesten Dualweg einsetzen).

Die Kästen sind klickbar und öffnen die jeweilige Demo direkt.

  • behebt eine Schwäche des Vorgängers oder baut darauf auf
  • Gegenstück: derselbe Zweck, andere Bauweise (kein Fix)
  • übernimmt nur eine Idee
  • Zusammenfluss mehrerer Stränge
  • Baustein aus einer anderen Linie

Der gestrichelte Doppelpfeil ist ein Kontrast (Fluss gegen Dualweg), gepunktete Pfeile übernehmen nur eine Idee, graue gestrichelte Knoten sind Bausteine aus anderen Linien. Die Stücke lassen sich in beliebiger Reihenfolge lesen, ein Pfeil ist keine vorgeschriebene Reihenfolge.

Verwandt in anderen Linien

DIE WURZEL

Planarität erkennen und belegen

Verfolgen Sie, wie man einem Netz ansieht, ob es sich ohne Überkreuzung zeichnen lässt, und wie man die Antwort belegt: bei „ja“ mit einer Einbettung, bei „nein“ mit einer Unterteilung von K5 oder K3,3. Die Demo schickt Zufallsnetze und die Straßenkarte von Toronto durch den Test. Der Haken: Die Karte ist nicht planar, aber 52 Kanten genügen; warum, verraten die Daten nicht.

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VIER FARBEN

Planare Graphen färben

Sehen Sie, wie viele Farben eine Karte braucht: Der Vierfarbensatz garantiert vier, doch die einfachen Verfahren finden sie nicht mehr, sobald die Karte wächst. Bei 100 Standorten endet DSATUR nur noch in 5 % der Karten bei vier Farben; Kempe-Ketten holen die Vier meist zurück. Der Haken: Auf Zufallskarten wird die Kette des Fünffarben-Beweises in 0 von 60 Läufen gebraucht.

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KLEINE TRENNMENGEN

Planare Separatoren

Verfolgen Sie, warum sich Karten und Straßennetze mit wenigen Knoten in zwei Hälften teilen lassen: Es genügt etwa die Wurzel der Knotenzahl, bei Zufallsnetzen ein fester Anteil. Die Demo vergleicht drei Schnitte und prüft, was das für die Baumweite heißt. Der Haken: Die verschachtelte Zerlegung gewinnt trotz Garantie meist nicht; bei Toronto Breite 73 gegen 57 mit der Mindestgrad-Regel.

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GARANTIE ODER LESBARKEIT

Graphen zeichnen

Sehen Sie, dass kein Zeichenverfahren alles kann: Federmodell und Stress-Minimierung sind lesbar, aber auf keiner der 30 Karten kreuzungsfrei; Tutte und Gitterzeichnung garantieren es, taugen aber nur für manche Netze. Die Demo lässt Sie die Netztypen wechseln. Der Haken: Bei der Zwiebel verliert Tutte etwa den Faktor 5 an Auflösung je Stufe.

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ALLE KANTEN NACH UNTEN

Geschichtetes Zeichnen

Verfolgen Sie, wie ein Abhängigkeitsplan so gezeichnet wird, dass jede Beziehung nach unten zeigt: Kreise brechen, Aufgaben in Schichten legen, lange Kanten durch Hilfsknoten teilen, Kreuzungen zählen und mit dem exakten Optimum vergleichen. Der Haken: Der Schwerpunkt mit einem Start liegt auf mehrschichtigen Plänen das 1,3- bis 2,0-Fache über dem Optimum, und das Federmodell kreuzt weniger.

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FLUSS ALS WEG

Der Dualgraph

Sehen Sie, wie sich der größte Fluss in einem planaren Netz als kürzester Weg im Dualgraphen berechnen lässt: Der Weg ist zugleich der kleinste Schnitt. Auf einem Gitter mit 100 × 100 Knoten und Kapazitäten bis 9 durchsucht er 177,9-mal weniger Kanten als Dinic. Der Haken: Bei gleichen Kapazitäten reicht Dinic ein Durchlauf und ist schneller, und die Einbettung zu suchen kostet mehr als der ganze Fluss.

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GARANTIE, ABER LANGSAM

Schichten zerlegen

Verfolgen Sie, wie man in einem planaren Netz eine große unabhängige Menge näherungsweise findet: jede k-te Schicht streichen, die Reste auf der Zerlegung exakt rechnen, die beste Verschiebung nehmen. Die Technik sichert einen Anteil des Optimums zu, der mit k wächst. Der Haken: Die Praxis liegt weit darüber (93,6 % bei k = 6 auf 400 Standorten), doch die einfache Lokalsuche erreicht 99,2 % und ist schneller.

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ZÄHLEN STATT SUCHEN

Zählen auf planaren Graphen

Sehen Sie, wie man zählt, auf wie viele Arten Dominosteine ein Schachbrett füllen, ohne eine einzige Pflasterung zu suchen: Eine Determinante, die nur für planare Graphen stimmt, liefert für ein Schachbrett mit acht mal acht Feldern die Zahl 12 988 816. Der Haken: Die Profil-Programmierung ist bei schmalen Gittern schneller, und am K3,3 sieht man, warum nicht planare Graphen scheitern.

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ZUSAMMENFLUSS

Fast planare Netze

Verfolgen Sie, wie ein fast planares Netz planarisiert wird: ein planares Gerüst bilden, jede übrige Kante über den kürzesten Dualweg einsetzen, jede Kreuzung zum Hilfsknoten machen. Auf Karten mit 100 Standorten braucht das ab 5 Zusatzkanten etwa halb so viele Kreuzungen wie gerade Strecken. Der Haken: Die Reihenfolge des Greedy entscheidet; bei 5 Zusatzkanten entfernt er zufällig 31 Kanten, kürzeste zuerst nur 5.

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Welches Stück passt zu meiner Aufgabe?

Ein Entscheidungsbaum über alle neun Stücke, entlang der Frage, was man über das Netz wissen will: ob es sich ohne Kreuzung zeichnen lässt, wie viele Farben, wie man es teilt, wie man es zeichnet, wie groß der kleinste Schnitt ist, wie man eine große unabhängige Menge findet, wie viele Paarungen es gibt oder wie viele Kreuzungen ein fast planares Netz braucht.

Welches Stück passt zu meiner Aufgabe?

Seitlich verschieben oder die Gesamtansicht wählen.
Was möchten Sie über das Netz wissen? Hat das Netz eine Richtung? ZEICHNEN Planarität erkennen und belegen Einbettung oder Zeuge GEHT ES OHNE KREUZUNG Planare Graphen färben wie viele Farben WIE VIELE FARBEN Planare Separatoren in zwei Hälften teilen IN ZWEI HÄLFTEN TEILEN Der Dualgraph Fluss als kürzester Weg KLEINSTER SCHNITT Schichten zerlegen unabhängige Menge näherungsweise GROSSE MENGE UNABHÄNGIGER KNOTEN Zählen auf planaren Graphen perfekte Paarungen PAARUNGEN ZÄHLEN Fast planare Netze Kreuzungen als Hilfsknoten FAST PLANAR, WIE VIELE KREUZUNGEN Graphen zeichnen lesbar, mit oder ohne Garantie NEIN: FREIE LAGE Geschichtetes Zeichnen alle Kanten nach unten JA: ABHÄNGIGKEITEN

Beige Kästen sind Fragen (nicht klickbar), weiße Kästen sind Ergebnisse (klickbar, sie öffnen die jeweilige Demo). Was der Baum nicht zeigt: Die Antworten gelten für die erzeugten Karten, Gitter und den Toronto-Auszug der Demos, nicht für jedes Netz. Ein Zeichenverfahren, das immer lesbar und immer kreuzungsfrei ist, gibt es nicht (Stück 4), und die Kreuzungen der Planarisierung sind eine Obergrenze der Kreuzungszahl, kein Optimum (Stück 9).

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